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Grundpflege und Behandlungspflege: Unterschiede einfach erklärt
08. September 2026Grundpflege und Behandlungspflege werden im Pflegealltag häufig gemeinsam genannt. Trotzdem beschreiben die beiden Begriffe unterschiedliche Leistungen. Die Grundpflege unterstützt Menschen bei alltäglichen Aufgaben wie Körperpflege, Anziehen oder Essen. Bei der Behandlungspflege geht es dagegen um medizinische Maßnahmen wie Wundversorgung, Medikamentengabe oder Insulininjektionen.
Für Pflegebedürftige und Angehörige ist der Unterschied wichtig, weil beide Bereiche über unterschiedliche Versicherungen abgerechnet werden. Außerdem gelten jeweils andere Voraussetzungen dafür, welche Leistungen ein ambulanter Pflegedienst übernehmen darf.
Was ist Grundpflege?
Grundpflege bedeutet Unterstützung bei den Dingen, die im Alltag zur persönlichen Versorgung gehören. Sie wird notwendig, wenn jemand bestimmte Aufgaben aufgrund von Alter, Krankheit oder körperlichen Einschränkungen nicht mehr selbstständig erledigen kann.
Dabei geht es vor allem um die Körperpflege, Ernährung und Beweglichkeit. Manche Menschen benötigen morgens Unterstützung beim Waschen und Anziehen, andere brauchen mehr Begleitung über den gesamten Tag.
Welche Leistungen gehören zur Grundpflege?
Zur Grundpflege gehören typische Tätigkeiten aus dem Alltag. Dazu gehören beispielsweise:
- Waschen, Duschen oder Baden
- Zahnpflege, Rasieren und Kämmen
- Hilfe beim An- und Ausziehen
- Unterstützung beim Toilettengang
- Hilfe bei der Nahrungsaufnahme
- Unterstützung beim Aufstehen, Hinsetzen oder Umlagern
- Begleitung innerhalb der Wohnung
Auch die Unterstützung bei der Inkontinenzversorgung kann Teil der Grundpflege sein. Dabei geht es nicht um eine medizinische Behandlung, sondern darum, dass die betroffene Person im Alltag gut versorgt ist.
Kleine Grundpflege: Welche Leistungen gehören dazu?
Die kleine Grundpflege beschreibt eine Versorgung mit einem geringeren Umfang. Sie kommt zum Beispiel infrage, wenn jemand noch viele Dinge selbst erledigen kann, aber bei einzelnen Aufgaben Unterstützung benötigt.
Eine Pflegekraft kann dann etwa beim Waschen von Gesicht und Oberkörper unterstützen, bei der Zahnpflege helfen oder beim Anziehen begleiten.
Welche Maßnahmen dazugehören, wird immer an den persönlichen Bedarf angepasst. Die kleine Grundpflege sieht deshalb bei jedem Menschen etwas anders aus.
Große Grundpflege: Was bedeutet das?
Die große Grundpflege umfasst eine umfangreichere Unterstützung bei der täglichen Versorgung.
Dazu können eine Ganzkörperwäsche oder das Duschen, die Hautpflege, die Intimpflege und das vollständige An- und Auskleiden gehören. Auch Hilfe beim Transfer, also beispielsweise beim Aufstehen aus dem Bett oder beim Hinsetzen in den Rollstuhl, kann notwendig sein.
Der Begriff "große Grundpflege" bedeutet nicht, dass automatisch alle genannten Leistungen durchgeführt werden. Entscheidend ist immer, welche Unterstützung die einzelne Person tatsächlich benötigt.
Was ist Behandlungspflege?
Bei der Behandlungspflege geht es um medizinische Aufgaben, die Teil einer ärztlichen Behandlung sind. Diese Leistungen werden von Pflegefachkräften durchgeführt und müssen ärztlich verordnet werden.
Ein typisches Beispiel ist eine Wundversorgung nach einer Operation. Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen benötigen häufig Behandlungspflege, etwa wenn regelmäßig Medikamente verabreicht oder Blutzuckerwerte kontrolliert werden müssen.
Was gehört zur Behandlungspflege?
Je nach Erkrankung können unterschiedliche Maßnahmen notwendig sein. Häufig übernimmt ein ambulanter Pflegedienst beispielsweise:
- Wundversorgung und Verbandswechsel
- Medikamentengabe
- Insulingabe
- Blutzuckermessungen
- Injektionen
- Versorgung von Kathetern
- Versorgung einer PEG-Sonde
- Anlegen von Kompressionsverbänden
- medizinische Einreibungen
- Absaugen der Atemwege
Diese Leistungen unterscheiden sich von der Grundpflege dadurch, dass sie eine medizinische Behandlung unterstützen und eine ärztliche Verordnung voraussetzen.
Unterschied zwischen Grundpflege und Behandlungspflege
Der Unterschied zwischen Grundpflege und Behandlungspflege lässt sich am einfachsten an einem Beispiel erklären:
Eine Pflegekraft besucht eine ältere Person zu Hause. Zuerst unterstützt sie beim Waschen, beim Anziehen und beim Frühstück. Danach misst sie den Blutzucker und verabreicht das vom Arzt/von der Ärztin verordnete Insulin.
Die Unterstützung beim Waschen, Anziehen und Essen gehört zur Grundpflege. Die Blutzuckermessung und Insulingabe sind Behandlungspflege.
Beide Leistungen können also beim selben Besuch stattfinden. Trotzdem werden sie unterschiedlich eingeordnet und über verschiedene Kostenträger abgerechnet.
Grundpflege und Behandlungspflege im Vergleich
| Grundpflege | Behandlungspflege |
| Unterstützung im Alltag | Medizinische Versorgung |
| Wird über die Pflegeversicherung finanziert | Wird über die Krankenversicherung finanziert |
| Pflegegrad ist in der Regel Voraussetzung | Ärztliche Verordnung notwendig |
| Körperpflege, Ernährung, Mobilität | Wundversorgung, Medikamente, medizinische Maßnahmen |
Wer bezahlt Grundpflege und Behandlungspflege?
Bei der Grundpflege übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten, wenn ein Pflegegrad festgestellt wurde. Die Leistungen können beispielsweise über einen ambulanten Pflegedienst genutzt werden.
Die Behandlungspflege wird dagegen über die Krankenversicherung abgerechnet. Dafür stellt eine Ärztin oder ein Arzt eine Verordnung für häusliche Krankenpflege aus.
Für Angehörige ist diese Unterscheidung oft wichtig, weil dadurch klarer wird, welche Unterstützung über welchen Weg beantragt werden kann.
Stomaversorgung: Behandlungspflege oder Grundpflege?
Bei der Stomaversorgung hängt die Einordnung davon ab, welche Unterstützung benötigt wird. Nach einer Operation oder bei medizinischen Problemen gehört die Versorgung in der Regel zur Behandlungspflege. Wenn eine Person im Alltag Unterstützung bei der Versorgung ihres Stomas braucht, kann diese Aufgabe zur Grundpflege gehören.
Ein Stoma ist ein künstlich geschaffener Ausgang für Darm oder Harnwege. Die Versorgung erfordert zunächst eine gute Anleitung und fachliche Begleitung. Besonders nach der Operation muss die Pflegefachkraft darauf achten, ob die Haut rund um das Stoma gesund ist, ob die Versorgung richtig sitzt und ob es Hinweise auf Komplikationen gibt.
Wann gehört die Stomaversorgung zur Behandlungspflege?
Nach einer Stoma-Operation steht die medizinische Versorgung im Vordergrund. Die Pflegefachkraft kontrolliert die Wundheilung, beobachtet Veränderungen und unterstützt bei Problemen mit der Stomaversorgung.
Auch wenn beispielsweise Hautreizungen, Entzündungen oder andere Beschwerden auftreten, handelt es sich um eine medizinische Maßnahme. In diesen Fällen wird die Versorgung ärztlich verordnet und über die Krankenkasse abgerechnet.
Wann kann Stomaversorgung zur Grundpflege gehören?
Wenn das Stoma gut verheilt ist und es vor allem darum geht, Unterstützung im Alltag zu leisten, kann die Versorgung Teil der Grundpflege sein.
Das betrifft zum Beispiel Menschen, die aufgrund eingeschränkter Beweglichkeit oder anderer gesundheitlicher Einschränkungen den Beutel nicht selbst wechseln können. Dann steht nicht die Behandlung einer Erkrankung im Vordergrund, sondern die Hilfe bei einer täglichen Aufgabe.
Ob eine Leistung zur Grundpflege oder Behandlungspflege gehört, wird deshalb immer anhand der konkreten Situation beurteilt.
Wie unterstützt ein ambulanter Pflegedienst?
Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt Menschen dabei, möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben zu können. Dabei geht es nicht nur um einzelne Pflegeleistungen, sondern darum, eine Versorgung zu organisieren, die zum Alltag der betroffenen Person passt.
Am Anfang steht häufig ein Beratungsgespräch. Dabei wird geklärt, welche Aufgaben im Alltag schwerfallen, welche medizinischen Maßnahmen notwendig sind und welche Unterstützung Angehörige übernehmen können.
Pflegekräfte stimmen sich außerdem mit Ärzten und anderen Beteiligten ab, wenn sich der Gesundheitszustand verändert oder neue Leistungen notwendig werden.
Gerade bei einer Kombination aus Grundpflege und Behandlungspflege ist eine gute Abstimmung wichtig. So wissen alle Beteiligten, welche Aufgaben übernommen werden und wie die Versorgung zuverlässig geplant werden kann.
Häufige Fragen zu Grundpflege und Behandlungspflege
Was ist Grundpflege, einfach erklärt?
Grundpflege bedeutet Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben. Dazu gehören vor allem Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Sie richtet sich an Menschen, die bestimmte Dinge im Alltag nicht mehr alleine erledigen können.
Was ist Behandlungspflege, einfach erklärt?
Behandlungspflege umfasst medizinische Maßnahmen, die ärztlich verordnet wurden. Dazu gehören beispielsweise Wundversorgung, Medikamentengabe, Insulinverabreichung oder medizinische Kontrollen.
Kann man Grundpflege und Behandlungspflege gleichzeitig bekommen?
Ja. Viele Pflegebedürftige erhalten beide Leistungen. Ein ambulanter Pflegedienst kann beispielsweise morgens bei der Körperpflege unterstützen und gleichzeitig medizinisch notwendige Aufgaben übernehmen.
Braucht man für Behandlungspflege einen Pflegegrad?
Nein. Ein Pflegegrad ist für Behandlungspflege nicht notwendig. Entscheidend ist eine ärztliche Verordnung und die Genehmigung durch die Krankenkasse.
Wird die Grundpflege immer vom Pflegedienst übernommen?
Das hängt von der persönlichen Situation ab. Manche Menschen organisieren Unterstützung über Angehörige, andere nutzen die Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes. Welche Lösung passt, hängt vom individuellen Bedarf ab.
Pflege und Betreuung bei Rollin
Pflege bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Während manche Personen nur bei einzelnen Aufgaben Unterstützung benötigen, brauchen andere eine regelmäßige Begleitung im Alltag und bei medizinischen Maßnahmen.
Rollin unterstützt Pflegebedürftige und Angehörige mit ambulanter Pflege und individueller Beratung. Das Team hilft dabei, den passenden Umfang der Versorgung zu finden und Fragen rund um Grundpflege, Behandlungspflege und die Abrechnung mit Pflege- oder Krankenkasse zu klären.
Zusätzlich zur ambulanten Pflege gehört auch eine Tagespflege zum Angebot von Rollin. Sie ermöglicht pflegebedürftigen Menschen einen strukturierten Tag mit Betreuung und Beschäftigung und entlastet gleichzeitig Angehörige.
Sie möchten wissen, welche Unterstützung in Ihrer Situation möglich ist? Nehmen Sie Kontakt zu Rollin auf. Das Team berät Sie persönlich und zeigt Ihnen, welche Pflegeleistungen zu Ihrem Bedarf passen.
